Abel bitte mit Flühling!

So, wer die Überschrift begriffen hat und mich gerne wegen politischer Unkorrektheit ausschimpfen möchte, kann mir heute gerne mal gepflegt die Stirn lecken. Für alle anderen ein herzliches Hallo und Willkommen im Kochstudio von Tante Krauße. Heute kochen wir chinesisch oder besser gesagt, wir kochen so, wie sich Frau Krauße Chinaessen vorstellt. Das ist ja mal ein himmelweiter Unterschied.

Esst ihr auch so gerne diese fiesen, kleinen Dinger, diese hundsgemeinen Sachen, die als Vorspeise auf der Karte stehen, nicht satt machen, aber derart fettgeladen sind, dass man hinterher besser kein Hauptgericht mehr essen sollte? Ja? Frühlingsrollen! Ich liebe und ich hasse sie. Ich weiß noch, in der Schwangerschaft hab ich mir immer gesagt: „Ach, drauf gepupst, sind ja kaum Kohlenhydrate drin, kannste essen.“ Jaha, wenn die wirklich nur mit Gemüse gefüllt sind, hat man Glück gehabt. Die meisten bestehen aber hauptsächlich aus Nudeln, Fleisch und vielleicht noch etwas Gemüse.
Deswegen hier eine gute und eine schlechte Nachricht: Frühlingsrollen selbst machen ist total einfach und kann extrem lecker sein. Die schlechte Nachricht nur für die Schwangeren: Es dauert. Schnell ist man mit der Zubereitung nicht durch. Alle anderen: Man kann sich während dessen gut mit einem Kochbier trösten.

Zuerst gucken wir mal, was wir brauchen:

1/3 Jaromakohl oder entsprechend 1/2 Spitzkohl (Weißkohl oder Wirsing brauchen zu lange zum gar werden und blähen auch zu sehr)
1 Bund Frühlingszwiebeln
5 Möhren
1 Paprika
100 g ungekochten Vollkornreis (ich empfehle den Vollkornreis von bali, weil der nämlich nach dem Kochen keinen unansehnlichen, eklig klebenden Klumpen bildet, sondern wirklich schön körnig ist)
1 Glas Sojasprossen und/oder Bambussprossen, je nach Geschmack
Gewürze (fertiges Chinagewürz oder entsprechend andere Sachen, die ihr gerne mögt wie Knoblauch, Parikapulver, Ingwer, etc. Die Schwangeren nehmen bitte nur Gewürze, die sie auch nehmen dürfen, ja?)
Sojasoße
Reisblätter oder Reispapier (gibt es heutzutage in den größeren Supermärkten außer bei LIDL und ALDI, Kaufland hat sie auf jeden Fall)
Wer es mag: 4 Eier. Wer es vegan möchte, lässt diese weg. Geht auch ohne super.

Und so werden die Frühlingsrollen gemacht:
1. Bier öffnen. Und einen Schluck trinken. Während dessen den Reis aufsetzen (1 Teil Reis, 2 Teile Wasser. Er ist gar, wenn er das Wasser komplett aufgenommen hat. Wasser nicht salzen! Gesalzener Reis im Chinaessen schmeckt bäh.)

2. Gemüse waschen und schnibbeln: Die Möhren in Stifte oder dünne Streifen, die Frühlingszwiebeln in Röllchen, den Kohl in dünne Streifen, die Paprika in dünne Streifen und wenn ihr sonst noch Gemüse habt, das weg muss: Putzen und (Überraschung) in dünne Streifen schneiden. Das ist der eine von zwei Arbeitsschritten, die lange brauchen. Aber es lohnt sich! Nichts geht über frisches Gemüse!

3. Das Bier nicht warm werden lassen und mal wieder ein Schlückchen trinken.

4. Öl in einem Wok erhitzen und nacheinander die Gemüse anbraten. Fangt mit den Frühlingszwiebeln an, dann die Möhren, der Kohl, die Paprika, usw. Das, was am längsten braucht, kommt zuerst in den Wok. Achtung, Jaromakohl ist sehr schnell gar, deswegen eignet er sich besonders gut für dieses Gericht. Zwischendurch immer mal Sojasauce angießen. Und nicht weiter salzen! Die Sauce ist salzig genug. Wenn alles gar ist, Platte aus und wer mag, kann jetzt die verquirlten Eier schnell unterrühren. Gewürze noch drüber und fertig. Darauf einen Schluck Bier.

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5. Jetzt wird gewickelt. Wer früher mal geraucht und sich dafür seine Zigaretten selbst gedreht hat, ist klar im Vorteil. Legt vor euch ein feuchtes Küchenhandtuch aus (keine Küchenrolle!!). Stellt neben euch einen großen Teller mit Wasser auf, in dem die Reispapiere eingeweicht werden. Ihr braucht pro Frühlingsrolle zwei Blätter. Legt sie überlappend vor euch aus.

IMGP8572Ich weiß, man sieht nicht viel. Aber mein Reispapier ist rund. Ich hab die Platten wie eine auf der Seite liegende 8 ausgelegt. Nun kommt der nächste Schritt: Während das Reispapier weich und glitschig wird, werden zwei Esslöffel voll Gemüsereis darauf platziert. Ungefähr so:

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Und jetzt wird gerollt: Das vordere Ende auf die Füllung klappen,

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die Seiten einschlagen

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und dann aufrollen.

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Das Reispapier klebt wunderbar. Keine Sorge, dass die Rollen wieder aufgehen, das passiert nicht. Aber lasst das Papier nicht zu lange im Wasser liegen, ihr bekommt es sonst nicht mehr glatt auf dem Küchentuch ausgelegt. Zweimal kurz im Wasser baden reicht völlig aus. Wenn es noch etwas stabil ist, legt ihr es auf dem Tuch ab, dort kann es dann weich werden.
Die Menge an Gemüsefüllung reicht für ca. 16 Rollen. Jetzt versteht ihr, warum das Kochbier so wichtig ist. Es hält bei Laune. Nicht wahr? Meine ersten Rollen sahen so aus:

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Wenn ihr fertig gerollt habt, werden die Dinger nur noch in etwas Öl in der Pfanne von allen Seiten gebraten. Sie werden nicht so knusprig wie aus der Fritteuse, fand ich persönlich aber nicht so schlimm. Dann müsste man auch anderen Teig nehmen. Achtet darauf, dass sich die ungebratenen Rollen nicht berühren, sonst kleben sie aneinander.

6. Es ist noch Bier da? Dann hoch die Tassen!

7. Die fertigen, ungebratenen Rollen lassen sich prima im Kühlschrank aufheben für 2 bis 3 Tage, sicher kann man sie auch einfrieren, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. So, und jetzt wollen bestimmt alle wissen, wieviele BE die Rollen haben. Also: Eine Portion sind 3 – 4 Rollen und ergeben gerundet 3 BE. Mein Rechner rechnet aber auch alles Gemüse mit an, was einige vernachlässigen. Die Meinungen sind da geteilt. Lässt man das Gemüse aus der Berechnung raus, müssen lediglich der Vollkornreis und das Reispapier berechnet werden und ergeben ca 2 BE pro Portion. Meine Erfahrung war bisher, dass Gemüse in der Schwangerschaft meinen Blutzucker so gut wie gar nicht steigen ließ. Bei Reis musste ich immer sehr vorsichtig sein – probiert es einfach aus. Wer mit Reis schlechte Erfahrungen gemacht hat, kann klein geschnittene Vollkornnudeln mit zum Gemüse geben oder die Kohlenhydrate ganz weg lassen. Wer gerne noch etwas Tier dazu haben will, dem empfehle ich gebratenen Lachs – Fisch passt hervorragend und ist auch noch gesund. Auf jeden Fall sind das mal Frühlingsrollen, von denen man satt wird und nicht nur man selbst, sondern drei weitere Esser auch noch. Dafür lohnt sich der Aufwand auch mal. Viel Spaß beim Nachmachen. Und nicht vergessen: Bier austrinken!

1 Jahr Blog!

Und ich hab den ersten Geburtstag verschlafen. Himmel! Vor einem reichlichen Jahr habe ich angefangen hier zu schreiben und das ist das Ergebnis:

– rund 1500 Besucher in einem Jahr (Blog-Aufrufe sind es über 2000 gewesen) Danke Simone für deinen Support! 😀

– eine Menge Feedback und Dankesmails von Schwangeren, die mit Schwangerschaftsdiabetes dank der Rezepte wieder ein Licht am Ende des Tunnels gesehen haben.

– eine Menge nichtschwangere Leserinnen ohne Diabetes, die meine Rezepte ausprobiert haben und wundersamerweise abnahmen (Dorit, du seist hier stellvertretend erwähnt 😉 ).

Ich finde, das reicht. Danke, danke, danke, denn nun, nach fast 8 Monate nach der letzten Entbindung, 4 Monaten Kopfschmerzen nonstop, 2 Treppenstürzen und einer Menge schlafloser Nächte finde ich wieder zurück zu dem, was mir 9 Monate so gut getan hat: Ich pack es wieder an. Von den 14 in der Schwangerschaft abgenommenen Kilos haben sich 3 wieder zu mir verirrt, denen ich aber schon wieder den Kampf angesagt habe. Nun denn. Weil es so schön ist, gibt es deswegen heute – quasi zur Feier des Tages – ein Rezept. Es ist diabetikertauglich und *Trommelwirbe* vegan. Jawoll. Ich habe mich mal ein paar Wochen an veganer Ernährung versucht, um festzustellen, dass es sehr aufwendig, durchaus lecker, diabetikertauglich, aber nix für jeden Tag ist. Und ich bin dadurch kein besserer Mensch geworden. Wenn mich eine Fliege oder Mücke stört, hau ich die noch immer tot. Aber ich esse sie jetzt nicht mehr. Ha. Ich schweife ab. Also here we go.

Nachdem immer mehr ohne-Essen total angesagt ist (Essen ohne Tier, backen ohne Mehl), gibt es heute ein Risotto ohne Reis. Statt dessen nehmen wir Linsen. Warum? Hülsenfrüchte, zu denen die Linsen gehören, werden schön langsam verstoffwechselt. Der Reis – selbst Vollkornreis – dagegen nicht. Deswegen eben ohne. Es handelt sich hierbei um ein Champagner-Risotto mit roten Linsen. Ihr braucht dazu:

Olivenöl
1 Bund Suppengrün (Möhren, Sellerie, Porree)
1 Knoblauchzehe
200 g rote Linsen
2 Handvoll Cocktailtomaten
500 ml Brühe mit einem Lorbeerblatt (Brühe kann Instant sein)
einen guten Schuss Sekt oder Champgner, wer sowas gerne mal im Kühlschrank rumstehen hat *hust* (Schwangere lassen diesen Posten einfach weg, wenn sie es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können und die Veganer ohne veganen Sekt verzichten ebenfalls darauf, dem Gesmack macht es nichts aus. Ein Spritzer Zitronensaft oder etwas abgeriebene Zitronenschale sorgt ebenfalls für Frische)
Gewürze nach Geschmack (Oregano, Muskat, etc.)
ein Schuss Sahne (die Veganer ersetzen hier bitte entsprechend das milchfreie Produkt oder lassen es weg)
Balsamico-Essig.

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

1. Öl in einem mittelgroßen Topf erhitzen, in Ringe geschnittenen Porree sowie den fein gehackten Knoblauch dazu geben und anbraten.

2. Möhren und Sellerie mit einem Hobel zuerst in Scheibchen hobeln, anschließend mit einem Messer in Stiftchen schneiden und mit im Topf anbraten (ca. 2 Minuten oder etwas länger)

3. Linsen dazugeben und mit Champagner ablöschen. Der Schampus sollte komplett verdampfen. Bei einem richtigen Risotto fügt man nun immer wieder Brühe kellenweise hinzu und lässt die Flüssigkeit einkochen, bis das Risotto schön cremig wird. Ganz so wird das Linsenrisotto nicht. Man kann auch jetzt die 500 ml Brühe komplett dazukippen und das Risotto bei offenem Topf ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen zerfallen.

4. Die Kochsahne dazu geben und würzen. Frische Petersilie ist echt lecker, Oregano sparsam eingesetzt ist ebenfalls passend. Muskat geht ohnehin immer. Wer noch Gemüse im Kühlschrank hat, das weg muss, kann es gerne mit in das Risotto geben. Es passt nahezu alles dazu von Spargel über Zucchini, Champignons, Kürbis, etc. Wirklich! Wer experimentierfreudig ist, versucht es mit einer winzigen Prise Zimt. Der Knaller! Abgeriebene Zitronenschale passt auch. Die Sahne nun noch etwas einkochen lassen und fertig.

Wer es nicht vegan mag, kann sich noch etwas Parmesan darüber hobeln. So für sich ist das ein einfaches, sehr sättigendes und leckeres Essen. Ich brauch nichts weiter dazu, außer vielleicht noch ein Getränk. Die Gesamtmenge ergibt reichlich 3 Portionen und eine Portion kommt auf 1,8 BE.

Kann ich nur noch sagen: Schmecken lassen!

Wenn das Leben nicht nur aus Essen besteht

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Manchmal sitze ich mit weit aufgerissenen Augen nachts im Bett, neben mir strampelt der Jüngste und ich denke: „Es sind drei. Drei. Drei Kinder. Drei.“ Dabei hallen die Geräusche des Tages in meinen Ohren nach. Eine Sinfonie aus Geschrei, Würgelauten, dem neuesten Barbie-Film und der Titelmelodie von Emily Erdbeer.

Oftmals bekomme ich zu hören: „Ach, Drei ist doch die neue Zwei“, und dann werde ich ob meiner Kinderschar belächelt. Von Müttern mit einem Kind, wohlbemerkt. Und dann kommt gleich die Frage: „Wann kommt euer viertes?“ Ich wehre dann immer ab und sage: „Nee, wir sind durch. Wir haben unseren biologischen Auftrag mit Sternchen und Zugabe erfüllt.“, und dann wird schon wieder gelächelt und ich höre ein: „Ja ja. Wer’s glaubt.“

Liebes Publikum. Um mal kurz zu erklären, warum die Mehrheit der mich umgebenden Menschen zu dem Glauben kommt, ich könne mir nichts Tolleres vorstellen in meinem Leben, als jedes Jahr, in dem eine Fußball-WM stattfindet, ein Kind zu bekommen: Ich bin eine Übermutter. Und meine Familie ist eine Überfamilie. Wir wachen alle früh ohne Mundgeruch und Schlafsand in den Augen auf. Fröhlich tanzen wir gemeinsam aus unseren Betten, das jüngste Söhnchen pupst vor Freude ein paar Blümchen mit dem Duft von Aprilfrisch in die Luft, während wir gemeinsam zum Frühstückstisch schweben. Selbstverständlich habe ich in Windeseile vollwertige Vollkornwaffeln für die ganze Familie gebacken und für jeden eine Orange ausgepresst. Gemeinsam essen wir singend unser Mahl, dann bringe ich die Kinder zu Fuß und tanzend in den Kindergarten und in die Schule. Dort gehen die beiden großen Kinder ausgesprochen gerne hin und kommen auch nur mit den schönsten Erlebnissen wieder heim. Den Rest des Tages erledige ich mit Freuden den gesamten Haushalt, während ich mein lachendes Baby auf meinem spontan gewachsenen dritten Arm durch die Gegend trage. Ich backe Brot und wasche Wäsche, putze die Küche und koche schon einmal das Abendessen vor, denn wir wollen uns ja vernünftig ernähren. Zwischendurch wechsle ich immer mal wieder die Windel des Kleinsten. Ich weiß schon gar nicht mehr wohin mit all den vielen Blümchen aus seinen Windeln.
Wenn dann nachmittags die beiden großen Kinder heim kommen, spielte der Jüngste in der Regel schon stundenlang vergnügt im Laufgitter. Wir freuen uns riesig, wieder alle beisammen zu sein, mein Mann, der im Homeoffice arbeitet, lässt spontan alles stehen und liegen und gemeinsam spielen und lachen wir, bis es Abend wird. Ganz von alleine gehen dann die beiden Großen ins Bad, ohne einen einzigen Tropfen Wasser zu verschwenden waschen oder duschen sie, ziehen sich die Schlafanzüge an und kommen sofort zu mir geeilt, um zu fragen, wobei sie mir helfen können. Andere Kinder wollen ja gerne am Abend mal etwas fernsehen, aber aus unserem Fernseher habe ich schon vor einigen Monaten ein Aquarium gemacht, weil wir den eh nicht mehr angeschaltet haben. Keiner will diesen Käse sehen, der da tagtäglich läuft.
Das Abendbrot verzehren wir in absoluter Stille, die Kinder sitzen artig und ruhig am Tisch, essen zügig, aber schlingen nicht und sprechen erst, wenn die Erwachsenen sie mit einem Nicken dazu auffordern. Bereitwillig erzählt der Große von der Schule, während seine Schwester aufmerksam zuhört. Nach dem Abendbrot reiben sich dann alle Kinder müde die Augen und fallen glücklich in ihre Betten. Innerhalb von wenigen Sekunden sind sie alle eingeschlafen und mein Mann und ich stehen glücklich in der Kinderzimmertür, liegen uns in den Armen und können unser Glück kaum fassen. Hoffentlich bekommen wir bald unser viertes Kind!!

Das Leben ist ein Fest, seit ich Kinder habe. Mit jedem Kind einen Schritt weiter nach hinten in der Bedürfniskette zu treten, ist mir ein Leichtes. Nie habe ich auch nur eine Träne deswegen vergossen. Dass meine Hormone mich seit Wochen fest im Schwitzkasten haben, begrüße ich sehr. Die überbordende Mutterliebe lässt mich jeden Tag verzückt die Kinder anschmachten, wenn sie mit gewaschenen Mündern und Händen nach einem Stück Brokkoli verlangen. Da sie selbständig und spielend täglich ihre Zimmer aufräumen, habe ich einen Haufen Freizeit. Überhaupt war alle Sorge umsonst, als ich noch vor ein paar Monaten vor unserem Umzug dachte: „Oh Gott, ein so großes Haus! Wer soll das putzen?“ Es ist kinderleicht! Ich schwinge einmal in der Woche den Staubsauger und putze das ganze Haus von oben bis unten. Dauert ja nicht lange, weil hier jeder immer alles sofort wegräumt, was er benutzt hat. Wenn ich dann sauber machen will, sage ich zum Baby: „Schlaf!“, und es dreht artig den Kopf zur Seite, klappt die Äuglein zu und meldet sich erst wieder, wenn ich alle Putzutensilien weggeräumt habe. Ausruhen muss ich mich danach nie. Sauber machen ist doch ein herrliches, entspanntes Workout, bei dem mein Puls nie über 120 Schläge die Minute kommt. Ich freue mich schon auf den Sommer, wenn ich dann endlich im Garten mich selbst verwirklichen kann! Das Putzen füllt mich so gar nicht aus.

Ihr seht, ich bin die Ausgeglichenheit und Entspannung in Person. Und ich werde gerade mal 24 dieses Jahr. Mir gelingt alles. Ganz alleine. Ohne Hilfe. Mein Mann muss nichts tun. Er würde furchtbar gerne, aber es gibt einfach nichts, was er machen kann. Ich hoffe wirklich sehr, dass wir noch viele, viele Kinder bekommen. Von uns kann es nie genug geben!

Ps.: Die Wahrheit ist: Ich backe wirklich Brot und mein Mann arbeitet tatsächlich im Homeoffice. Und eigentlich helfe ich ihm mit den Kindern und nicht umgekehrt.

Hello New Year!

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Na, wie seid ihr reingerutscht? Mein Jahr beginnt mit einem Vergleich. 2013 : 2014 = 2:3 Kinder = 103:88 kg Eigengewicht. Und darauf ein fettes „Yeah!“.

Was ich bisher geschafft habe durchzuhalten, ist der weitestgehende Ersatz von Weißmehl durch Vollkornmehl. Auch Zucker meide ich nach wie vor, allerdings nicht ganz so konsequent wie in der Schwangerschaft. Dank der Weihnachtszeit und der dauernden Keksbackerei auch fast nicht möglich. Allerdings habe ich mehr gebacken als gegessen und selbst mein Mann hat bei einigen Keksen einen Teil des Weißmehls durch Vollkorn ersetzt. Good boy! Mein Fazit zur Schlemmerzeit des Jahres: Nicht zugenommen. Und es hat trotzdem geschmeckt. Die Regel beim warmen Essen – weniger Kartoffeln, dafür mehr Gemüse – funktioniert noch immer. Und auch mein Brot backe ich nach wie vor selbst. Und es geht abwärts, aber in ganz kleinen Schrittchen.

Mit dem ersten Schnee vor Silvester kam auch wieder etwas mehr Bewegung in meinen Alltag. Da wir einen riesigen Rodelhang gleich neben dem Haus haben, sehe ich mich schon den Winter über täglich dorthin rennen. Und es macht Spaß! Vor ein paar Jahren schien mir der Berg noch ohne Herzinfarkt und Zusammenbruch unerklimmbar. Jetzt schleppe ich 15 kg weniger den Berg hoch und das reicht schon, zumindest mich mehr sterbend oben anzukommen. Für die Kondition ist es super!

So, und da es nie ohne eine kleine Leckerei geht, stelle ich euch heute meinen Lieblingsmöhrenkuchen vor, gebacken nach diesem Rezept. Ich habe allerdings an den Teig nur 50 g Zucker genommen und dazu einige Spritzer Süßstoff gegeben, das Weizenmehl durch Weizenvollkornmehl komplett ersetzt und für das Topping 20 g Puderzucker weniger verwendet. Zusätzlich habe ich Zimt an den Teig gegeben und die Springform mit gehobelten Mandeln ausgestreut. Mit genau diesen Zutaten kommt ein Stück dieses Kuchens auf 2,4 BE (ein Stück nach dem Originalrezept käme übrigens auf 3,5 BE). Kalorien sparen lassen sich, indem ihr Margarine statt Butter nehmt, das Topping ganz weg lasst oder fettreduzierten Frischkäse nehmt. Da meine Kinder allerdings mitessen und Kuchen für sie süß sein muss, habe ich nicht allzu viel verändert. Der Trick wird nun sein, zum Kaffee nur ein schmales Stück zu essen. Das reicht nämlich auch, habe ich in 9 Monaten Schwangerschaft festgestellt. Schön langsam gegessen, dabei herzhaft mit dem Ehemann geplaudert und mit den Kindern rumgespaßt, da schmeckt ein halbes Stück glatt wie ein ganzes. Wetten?

Sechs Wochen und wieder fit

Mein kleiner Schnuppi ist nun schon 6 Wochen alt und kerngesund. Mächtig zugelegt hat er im Breitenwachstum. Kein Wunder, denn an meiner Brust zu liegen, zu trinken und dabei wegzudösen ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich danke außerdem meinen Hormonen auf Knien, dass ich von Realität momentan kaum etwas spüre und dieses stundenlange Rumliegen mit Baby und Angeschnullertwerden auch noch genieße und als einen Ausdruck von Liebe empfinde. Selbst die größtenteils schlaflosen Nächte überstehe ich wie durch ein Wunder größtenteils, ohne auf den ningelnden Knopf zu schimpfen. Nur manchmal… da knurre ich doch etwas.

Eigentlich geht es mir super. Ich nutze und genieße es, 12 kg weniger mit mir herumzuschleppen und kann endlich wieder mit moderatem Sport beginnen. Dank E-Bike und Fahrradanhänger mit Babyschale bin ich wieder mobil. Jetzt muss nur noch das Wetter etwas durchhalten. Letzte Woche kam dann auch das bestellte Joggererweiterungsset für den Fahrradanhänger, sodass ich diesen auch als Kinderwagen nutzen kann. So steht kleinen Ausflügen mit dem Fahrrad ab sofort nichts mehr im Wege. Die erste Testfahrt zum Kindergarten des Töchterchens verlief großartig. Julius genießt die Schaukelei im Anhänger und Emmy ist die stolze große Schwester, wenn sie den kleinen Mops im Anhänger bewachen kann.

Und was macht die Ernährung so, Frau Krauße? Oh, da kann ich was erzählen. So ohne Disziplingeber im Bauch fällt es doch deutlich schwerer, auf Zucker und Weißmehl zu verzichten. Aber ich schaffe es. Ich schaffe es zumindest so gut, dass ich derzeit nicht wieder zunehme. Ich esse weiter mein selbstgebackenes Vollkornbrot (die Kinder nennen es „Schlaumacherbrot“, weil da viele gesunde Sachen fürs Gehirn drin sind… ob das nun stimmt oder nicht, ist mir völlig Wurscht, Hauptsache, die Kinder essen es gerne), ich versuche wieder, statt zum Stück Kuchen am Nachmittag zu greifen, lieber ein wenig Obst zu essen oder nur ein halbes Stück Kuchen zu nehmen, wenn es denn sein muss. Ich trinke mittlerweile abends gerne mal ein alkoholfreies Bier, was aber auch mit 4 BE zu Buche schlägt. Es ist hart! Ich will da gar nichts schön reden. Aber ab Dezember bin ich schlauer, da habe ich den Kontroll- oGtt beim Diabetologen und dann weiß ich, wie schlimm oder wie gut es ist und wie streng ich weiterhin sein muss. Wenn ich jetzt mal nach dem Essen messe, sind die Werte konstant in Ordnung. Drückt die Daumen, dass es so bleibt.

So, und für alle Leckermäulchen heute noch eine kleine Empfehlung. Ich habe beim letzten Ostseeurlaub eine Schlemmerei kennengelernt, die ist echt gemein. Sie nennt sich Franzbrötchen und man möchte gerne, wenn man die Dinger einmal gegessen hat, eine ganze Wanne voll davon und nackt darin verrecken. Ja, genau. So schlimm. Nun das Allerschlimmste: Diese Franzbrötchen gibt es nur im Norden beim Bäcker! Was ist das genau? Eigentlich ganz einfach: Die Dinger bestehen aus einem ganz normalen Hefeteig, der ausgerollt wird, dann wird auf der Teigplatte eine Mischung aus Butter, Zucker und Zimt verteilt, das Ganze wird aufgerollt und in Scheiben geschnitten. Im Grunde in etwa so wie Zimtschnecken, nur viel, viel leckerer. Dank chefkoch.de gibt es auch ein Rezept. Wenn ihr in diesem Rezept das Mehl durch Weizenvollkornmehl ersetzt und den Zucker im Teig durch Süßsstoff, kommt ein Brötchen (der Teig reicht für 12 Brötchen) auf 3 BE. Ok, das ist immer noch ordentlich, aber wer bei der Füllung mit Zucker etwas sparsamer umgeht, kann da noch einiges rausholen. Wer das Weizenvollkornmehl von AURORA bekommt, kann glücklich sein. Von allen bisher getesteten Vollkornmehlen ist dieses das am feinsten gemahlene. Damit wird auch süßes Gebäck schön locker und leicht.
Ich habe von den Franzbrötchen die Hälfte vor dem zweiten Gehen in Gefrierbeutel gepackt und eingefroren. Wenn ich weiß, dass morgen Gäste zum Kaffee kommen, hole ich mir solch ein Brötchen aus dem Tiefkühler, lasse es im Kühlschrank über Nacht auftauen und habe morgen zum Kaffee ein Teilchen, das vielleicht nicht ganz so sehr reinhaut wie der Streuselkuchen.

Übrigens: Ich weiß, es gibt hier viele Mitleser – gerade auch bei urbia. Ich habe eine Bitte an euch: Jetzt zur Weihnachtszeit wird ja wieder viel gebacken an Keksen und dergleichen. Ich möchte gerne Vollkornplätzchen backen. Wer von euch schickt mir sein liebstes Plätzchenrezept und ich probiere es in der diabetikerfreundlichen Variante durch? Die Rezepte, die mich überzeugen, würde ich dann hier vorstellen und auch die BE berechnen. Schickt mir eine mail (doris (a) krausze.de) oder schreibt mir euer Rezept hier als Kommentar unter den Beitrag. Würde mich sehr, sehr freuen, wenn ein paar Rezepte zusammenkommen.

Julius has left the building

Der Knopf ist da! Er schlüpfte am 9.10.2014, 22.05 Uhr. Die Maße: 55 cm lang, ein Dickschädel von 36 cm Umfang, 3490 g schwer und zuckerzuckersüß. Und so lief es:

Da ich einen insulinpflichtigen Diabetes hatte, musste ich zur Einleitung ins Krankenhaus. Man machte mir vorher unmissverständlich klar, dass man mich auf keinen Fall über den Termin gehen lasse, sondern maximal bis zum errechneten Termin, sollte der Zucker gut laufen. Sonst müsste man eher eingreifen. Der gewissenhafte Mitleser weiß: Mein Zucker lief optimal. Errechneter Termin war der 10.10., also war der Einleitungstermin mit dem 9.10. wirklich prima. Sicher hätte ich mich verweigern können, aber wie ich jetzt weiß, wär das Stress für nix gewesen.

Ich ritt also mit meinem lieben Mann am 9.10. im Krankenhaus ein, wir erledigten die Formalien, das Einleitungsgel wurde gelegt und wir gingen fast den ganzen Tag im Krankenhausgelände spazieren. Ich hatte Wehen, die aber zu kurz und zu schwach waren, um irgendwas zu bewirken. Aber kraftraubend waren sie dennoch. Und sie reichten, um meine alte Angst wieder wach zu rufen und das war meine Erfahrung mit dem Töchterchen vor 4 Jahren: Ein Wehensturm. Für alle Uneingeweihten: Das sind Wehen ohne Pausen und zwar über Stunden hinweg. Bisher hatte ich diese Erfahrung immer auf das Gel geschoben und stand somit dieser Methode nicht sehr aufgeschlossen gegenüber. Was, wenn mich nochmal sowas erwartet?
Dennoch genoss ich diesen Tag mit meinem Mann. Eigentlich sollte mich meine Mama begleiten, die aber selbst im Krankenhaus lag und da sprang mein Liebster wie selbstverständlich einfach ein. Das Wetter war traumhaft, wir lachten und quatschten viel und ich schwelgte in Erinnerungen an die beiden großen Kinder und wie sie in unser Leben gepurzelt kamen.
Immer wieder mussten wir zurück in den Kreißsaal zum CTG und der Befund war ernüchternd. Es tat sich nichts. Wehen ja, aber 0 Geburtsbereitschaft. Abends 17 Uhr sollte dann entschieden werden, was weiter passiert. Mein Liebster war 16 Uhr heim gefahren, um die beiden großen Kinder zu übernehmen und dann standen drei Ärzte vor mir, die mir die zweite Ladung Gel verpassen wollten. Das war der Moment, wo ich gestreikt habe. Die Panik, wieder so sehr seelisch und körperlich an meine Grenzen geführt zu werden, war übergroß. Ich fühlte mich dem nicht gewachsen und brach die Einleitung ab. Kein zweites Gel, dann lieber Kaiserschnitt. Raus muss der Knabe und das nicht nach dem Termin, wenn es nicht von alleine losgeht, dann eben dieser Ausgang. Meine Hebamme besprach ganz ruhig alles mit mir, nahm mir die Angst, dass irgendwas an dieser Entscheidung falsch sei und ich verkrümelte mich, um meine Mama und meinen Mann zu informieren, wie es nun weiter geht. Gegen 19 Uhr sollte entschieden werden, wann der Kaiserschnitt gemacht wird und ich legte mich ganz entspannt im Kreißsaal aufs Bett. Mir blieb eine Stunde Ruhe und die wollte ich genießen.
Ich nahm mein Handy, wollte einer meiner besten Freundinnen eine SMS schreiben, ruckelte mich etwas auf dem Bett zurecht und fing an zu tippen. Der Knopf in meinem Bauch turnte wie verrückt und ich amüsierte mich noch darüber, als es plötzlich innerlich sowas wie einen lautlosen Knall gab. Es ist eine erstaunliche Erfahrung, ein „Peng!“ nur zu spüren und nicht zu hören. Erschrocken hielt ich inne. „Bitte, lieber Gott, lass es nur eine verklemmte Luftblase im Darm gewesen sein, die weiter gewandert ist…“, war mein einziger Gedanke. Ich stand vom Bett auf und dann hatte ich Gewissheit: Eine wandernde Luftblase macht nicht so viel nass… Also hatte mein kleiner Rocker mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, seine Bude zertrümmert, nochmal ordentlich reingekackt, wie wir später feststellten und schickte sich also an, nach einer neunmonatigen Party das Haus von alleine zu verlassen. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass er auch ohne den ganzen Einleitungsquatsch von alleine an diesem Tag gekommen wäre.

Meine Hebamme hat sich – glaube ich – über diesen Startschuss sehr gefreut. Ich nicht. Ich hatte unfassbare Angst, denn ich wusste, was mich erwartet. Dass mir mit einem Blasensprung kein Arzt auf dieser Welt mehr einen Kaiserschnitt macht, war mir mittlerweile klar. Ich bedankte mich innerlich bei meinem Sohn und hoffte noch ein wenig darauf, dass das Wort der Mutter (Mein Körper, meine Entscheidung) doch noch was zählt. Meine Hebamme rief meinen Mann an, den ich eigentlich nie, nie, nie, niemals, never bei der Entbindung mit dabei haben wollte (die Gründe: Scham, das wird supereklig, ich brülle wie eine Furie, außerdem wird das supereklig und hab ich erwähnt, dass es supereklig wird?), er organisierte die Betreuung der Kinder daheim und war ganz schnell da. Bloß gut! Sein Beistand war mir plötzlich doch sehr wichtig. Er war auch derjenige, der mir dann die PDA organisierte (ich bettelte ja immer noch, einen Kaiserschnitt zu bekommen, an das Naheliegende hab ich ja nicht gedacht). Mit allen Details will ich euch gar nicht behelligen. Nur soviel sei gesagt: Julius ließ sich für die gesamte Geburt von Blasensprung bis zum ersten Schrei gerade mal vier Stunden. Ohne PDA wäre es sicher noch schneller gegangen, aber das war gar nicht nötig. Als ich den Mann hinterher mal fragte, wie er mich eigentlich währenddessen erlebt hat, sagte er: „Du warst halt wie Dumbledore Teil 6 in der Höhle, als er den Zaubertrank trinken musste.“ Will heißen: Ich bin wohl so vom Verhalten her durch alle Täler gegangen. Ich hab die Ärzte angeschrien, zwischendurch mal Sachen gebrüllt, die sich auf „geschickte und zerschrammte Meise“ reimen, habe wohl stimmlich echt alles gegeben, was in mir steckte und geheult und hyperventiliert. Also das volle Programm. Und dennoch: Es war wie ein Wunder, vor dem man danach plötzlich staunend am Boden liegt und es kaum fassen kann. Julius hat mich übrigens zur Begrüßung vollgekackt (er durfte auch mal kundtun, was er davon hielt) und dann war alles sofort gut.

So, und Frau Krauße, wie steht es denn nun mit dem Diabetes? Ach, prima soweit. Die Werte haben sich tatsächlich wieder normalisiert. Sowohl die morgendlichen Werte, als auch die nach den Mahlzeiten. Wenn ich wöllte, dürfte ich wieder alles essen. Aber was soll ich sagen? Ich wiege aktuell schon 11 kg weniger als vor der Schwangerschaft und ich mache weiter. Ich habe nicht nur die 100er Marke geknackt, sondern mittlerweile auch schon die 90. Mein Ziel: In einem Jahr will ich bei Normalgewicht sein. Mit der entsprechenden Ernährung (selten Weißmehl, selten Zucker – absolut darauf zu verzichten, schaffe ich sowieso nicht) und Bewegung wird das klappen. Also: Es geht weiter mit dem Blog, mit den kleinen Schritten und mit den Rezepten. Also alle, die sich hier eingelesen haben und gerne mitkochen, dürfen sich freuen. Nur ganz so regelmäßig werde ich es wohl nicht mehr schaffen, euch zu unterhalten. Ich hab ja mittlerweile drei Racker, die mich auf Trab halten. Und so sieht mein perfektes Glück derzeit aus:

IMGP8121

Ohne Murren

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Angeblich sind es noch 1,5 Wochen, bis der Untermieter ausziehen muss. Der Einleitungstermin – die Vollstreckung der Räumungsklage gewissermaßen – ist schon ausgemacht. Also die Uhr tickt. Und die Ernährung? Ich habe das Wunder vollbracht: Ich habe nicht ein Gramm zugenommen in der ganzen Schwangerschaft und fühle mich hervorragend! Mit 14 Kilo weniger in die Entbindung zu starten, macht optimistisch.

Dennoch kommen die Schlemmereien nicht zu kurz. Heute hab ich mal wieder was, das so einfach wie lecker ist und quasi von meiner Mama „erfunden“ wurde. Es heißt Erdbeer“eis“ und geht so:

150 – 200 g griechischer Naturjoghurt mit 10 % Fett
150 g gefrorene Erdbeeren (oder andere gefrorene Früchte wie Sauerkirschen. Blaubeeren oder Himbeeren)
einige Spritzer Süßstoff

Zubereitung: Die gefrorenen Erdbeeren in eine Schale geben, den Joghurt darüber geben, mit Süßstoff süßen und alles ein wenig durchrühren. Lasst die Schale etwa 10 Minuten stehen, dann noch einmal leicht durchrühren und dann langsam genießen. Die Erdbeeren sind etwas angetaut, haben den Joghurt ein klein wenig mit angefroren und so schmeckt es wie Joghurteis. Dadurch, dass die Früchte nicht zerkleinert sind, habt ihr das gesamte, fruchtige Geschmackserlebnis im Mund. Die paar Zutaten kommen auf 1,1 BE, variiert je nach Obstsorte. Für Diabetiker sind dunkle Beeren am besten geeignet, da die sogar den Blutzucker senken können.

Und wie geht es jetzt eigentlich weiter, Frau Krauße? Nun, den nächsten Beitrag werde ich hier wohl schreiben, wenn mein Söhnchen bereits in meinen Armen gelandet ist. Das heißt, ich werde weiter an meiner Ernährung arbeiten und euch mit leckeren, familien- und alltagstauglichen Rezepten auf dem Laufenden halten, aber dann nicht mehr mit Baby inside, sondern als Dreifachmama. Abschlusswort zu dieser Schwangerschaft: Wer an Diabetes „leidet“, ist selbst dran Schuld. Es gibt Schlimmeres. Und ich weiß es, da ich das Päckchen weiter tragen muss.

Aber bitte mit Sahne

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Der Auszug rückt immer näher. Sowohl der des Neuankömmlings in 6 Wochen als auch der unsrige aus dem alten Zuhause in 3 Wochen. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag. Deswegen darf das Verwöhnprogramm auf keinen Fall zur kurz kommen. In letzter Zeit habe ich immer mehr Appetit auf ein Stück Kuchen. Der Sommer ist voll von verführerischen Obstkuchen und im nahenden Herbst wird es noch schlimmer. Ich liebe Apfelkuchen und Pflaumenkuchen und je mehr Obst sich auf dem Kuchen befindet, um so besser. Und es gehören dringend Streusel darauf! Obstkuchen muss knuspern. Aber ich mag mich nicht mehr mit Zucker und Weißmehl vollstopfen, weil ich noch sehr genau weiß, was das jahrelang mit mir gemacht hat. Also, was tun? Zumindest für Streusel braucht man nun einmal Mehl und Zucker, sonst werden die nix. Dachte ich bisher immer. Und das war ein Irrtum. Ein Experiment brachte die Erleuchtung.

Ich möchte euch heute meinen Pflaumenkuchen mit Nussstreuseln vorstellen. Es ist die Abwandlung aus zwei Rezepten, die, würde ich sie so befolgen, wie sie es verlangen, auf fast 4 BE pro Kuchenstück kommen würden. Der Austausch von 3 Zutaten speckt die ganze Sache auf 2,26 BE ab. Unglaublich und soooo lecker! Ihr braucht für einen Kuchen:

1 kg Pflaumen
125 g geschmolzene Butter
einige Spritzer Süßstoff oder Stevia (bitte selbst ausprobieren – ich kann hier keine genaue Angabe machen, weil ich das auch immer frei Schnauze dazugebe, eben bis es
1 Päckchen Vanillezucker (oder -aroma)
2 Eier
2 EL Schlagsahne oder Milch
185 g Weizenvollkornmehl
1,5 TL Backpulver
Und so geht es: Zuerst wascht und halbiert die Pflaumen. In der Zwischenzeit kann die Butter schmelzen. Sind die Pflaumen fertig, stellt sie zur Seite und gebt die geschmolzene Butter mit dem Süßstoff, den Eiern, der Milch oder Sahne und dem Vanillezucker in eine Schüssel und verrührt es gut mit dem Handrührgerät. Dann wird das Mehl mit dem Backpulver vermischt und esslöffelweise unter die Eierzuckerbuttersüßstoffmilch gerührt. Gebt danach den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Springform und streicht den Teig glatt. Dann werden die Pflaumenhälften wie im Fächer auf den Kuchen gesetzt. So passt 1kg in eine Springform.IMG_1316[1]Nun kommen die Streusel dran. Für die braucht ihr:

200 g gemahlene Haselnüsse
125 g weiche Butter
100 g Zucker
1 TL Zimt

Vermengt alle vier Zutaten miteinander. Wenn ihr die Haselnüsse selbst mahlt, werden die Streusel saftiger. Vorgemahlene Haselnüsse in der Tüte sind sehr trocken. Ich war mir nicht sicher, wie die Streusel von der Konsistenz her werden. Bei mir waren sie nicht krümelig, sondern eher wie ein zusammenhängender Teig. Aber das ist kein Problem. Ihr zerzupft den Teig einfach und verteilt so die Streusel auf dem Kuchen. Dann wird der Ofen vorgeheizt. In der Zwischenzeit fotografiert euer stolzes Kind, das natürlich die ganze Zeit nach Leibeskräften mitgeholfen hat.

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Der Kuchen wird bei 180 °C Umluft ca. 30 Minuten gebacken. Ohne Umluft wählt die Temperatur etwas höher. Bitte immer schön aufpassen, die Streusel werden sehr schnell braun! Sollten sie schon recht dunkel sein und der Kuchen ist noch nicht fertig, dann legt ein Stück Alufolie auf den Kuchen.

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Und so sieht es aus, wenn der Kuchen fertig ist. Er ist absolut saftig, die Streusel sind knusprig, aber nicht hart, das Vollkornmehl gibt eine herzhafte Note und die Haselnüsse treffen sich geschmacklich hervorragend mit den Pflaumen. Insgesamt würde ich den Geschmack als „kernig, mit feiner Pflaumensäure, herzhaft-kräftig und saftig“ beschreiben. Während Pflaumenkuchen mit Hefeteig oftmals sehr hart und trocken wird und Weißmehl den Geschmack oftmals etwas blass erscheinen lässt, ist dieser Kuchen eine wunderbare Abwechslung. Es ist eindeutig was Anderes als das, was man sonst so kennt an Obstkuchen. Probiert es aus! Es lohnt sich!
Ein Stück Kuchen kommt auf knapp 2,3 BE. Wem das zu viel ist, der lässt die Streusel weg, ersetzt einen Teil des Mehls im Teig mit Haselnüssen und gibt den Zimt mit 2 EL Zucker vermischt über die Pflaumen lose drüber.
Der Kuchen schmeckt übrigens genauso hervorragend mit Äpfeln. Nehmt dafür Boskoop, der hat eine kräftige Säure, die sich beim Backen nicht verliert und er bleibt angenehm bissfest nach dem Backen. Serviert noch einen Schlag Sahne dazu, der Kuchen selbst ist schon so schlank, das könnt ihr euch locker dazu gönnen!

Guten Appetit!

 

Ich sehe ein Licht!

So, nun ist es soweit. Ich bin in der 33. Woche angekommen und kann offiziell nicht mehr. Oder ich will nicht mehr. Ich bin zwar immer noch Lichtjahre von Watschelgang und Rückenbeschwerden entfernt, aber so langsam fühle ich mich doch deutlich vom Untermieter gesteuert. Die Nächte sind in ihre einzelnen Stunden zerhackt. Entweder quälen mich wie am Anfang die restless legs oder Monsieur Bauchknopf nutzt meine Blase als Trampolin. Und es geht weiter mit den Wehwehchen: In meinen Magen passen nur noch winzige Portiönchen, ich muss jedes Mal, wenn ich mich hinsetzen will, mit gebrochenen Rippen rechnen, abends fühlt es sich an, als würde das Baby aus der Nabelschnur lustige Ballontiere basteln – es herrscht praktisch gar keine Ruhe mehr – und neuerdings bekomme ich bei jedem lumpigen Wetterumschwung ne Bindehautentzündung. Was soll das?! Das stand so nicht in meinem Vertrag…

Davon abgesehen: Ich habe bisher nicht einen Tag irgendwelche Wassereinlagerungen gehabt und bisher kontrolliert und gesund um die 14 kg abgenommen,  bin laut BMI damit aus dem adipösen Bereich raus und es geht mir super. Die Zuckerwerte sind nach wie vor im grünen Bereich und ich muss nur das Nachtinsulin spritzen. Seit 2 Wochen musste ich die Dosis nicht mehr erhöhen. Bloß gut! Ich bin mal gespannt, was der Diabetologe morgen sagt. Die Ultraschallbefunde sind allesamt in Ordnung und geben keinen Grund zur Sorge. Also Gesamtergebnis: Gutes Baby, gute Mama, alles prima.

Eine riesige Hürde gibt es jetzt nur noch zu überwinden und die lautet: Umzug in nicht einmal mehr 4 Wochen! Da stand vor ein paar Wochen mit einem Schlag unser Traumhaus vor uns und es hat sich noch nicht einmal vorher schriftlich angemeldet. Kann man in so einer Situation dann ja nicht so einfach sagen: „Och, schön! Sag mal, du Haus, bleibst du noch die nächsten 6 Monate frei?“ Da muss man zuschlagen und zwar zügig, zumal hier kein Makler dazwischen klebt und vom Grundstück bis zur Wohnfläche und Lage wirklich alles stimmt. Mit einem Umzug vor der Knopfankunft lösen sich außerdem auf einen Schlag eine Menge Probleme. Mein Liebster bekommt endlich wieder ein Arbeitszimmer und wird tagsüber beim Arbeiten von keinem Babygschrei gestört und der Knirps und ich können uns zusammen im neuen Zuhause in Ruhe einleben. Nur einen Haken hat die Sache: Ich kann meinem Herzblatt kaum helfen beim Kisten packen und für den baldigen Neuankömmling ist noch rein gar nichts vorbereitet. Da ich den kleinen Knirps aber schon ein wenig kenne, kann ich sagen, dass er mit Improvisieren klar kommen wird. Hauptsache ist und bleibt, dass in Mamas Armen immer Platz ist. Dann ist das Drumherum absolut Wurscht. 🙂

Urlaub von allem

IMG_1268[1]Die erste Urlaubswoche ist fast rum, es sind nur noch 10 Wochen, bis das Bauchknöpfchen landet und wir fiebern diesem Tag schon alle sehr entgegen. Eine wunderbare Neuigkeit: Nicht nur ich mache Urlaub, mein Diabetes tut das anscheinend auch und hat sich sehr zurückgezogen. Keine Ahnung, woran es liegt. Ein Grund ist möglicherweise, dass ich nun doch schon deutlich Gewicht abgebaut habe. Weitere Gründe sind vielleicht das andere Klima, die Entspannung, die viele Bewegung… ich weiß es nicht. Jedenfalls kann ich wieder ein normales Vollkornbrötchen zum Frühstück essen. Vor dem Urlaub habe ich mir extra mein Superroggenvollkornschrotbrot gebacken und mitgenommen, damit ich was zum Frühstück habe. Die Messwerte nach dem Frühstück sind ein Traum! Bis vor zwei Wochen war dies die kritischste Mahlzeit. Dann kam der nächste Test: 150 g Vollkornnudeln mit Tomatensauce zum Abendbrot. Die Messwerte waren danach, als hätte ich fast nix gegessen! Und heute? Heute hatten wir keinen Proviant für unseren Tagesausflug eingepackt. Also mussten wir an einer Imbissbude Mittag essen (was anderes gab es im Zoo nicht) und es gab für mich Bockwurst mit Kartoffelsalat und dazu ein kleines alkoholfreies Bier. Eigentlich der absolute Overkill, ein derart kohlehydrathaltige Getränk zum Essen dazu zu trinken. Das ging bisher nur, wenn auf dem Teller kein kohlehydrathaltiges Gericht lag. Und selbst dann… Kartoffelsalat an der Imbissbude ist auch nicht unbedingt das, was ich essen sollte. Aber ich hatte die Wahl zwischen Weißbrot, Pommes und eben Kartoffelsalat. Nun denn, langer Rede kurzer Sinn: Der Messwert nach dem Essen war absolut im Rahmen. Das heißt jetzt nicht, dass ich ab sofort wieder in alte Ernährungsweisen verfalle, aber nach gefühlten 20 Jahren mal kein Wasser zum Essen trinken zu müssen, hat echt gut getan. Und der Stress, den ganzen Tag das Essen durchzuplanen und gar nicht flexibel zu sein, habe ich auch nicht mehr so arg. Das erleichtert die letzten Meter doch enorm.

Weißmehl und Zucker sind nach wie vor vom täglichen Speiseplan gestrichen, das steht fest. Aber ich freue mich darauf, dass wohl doch ab und zu wieder eine Ausnahme möglich ist.