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Je mehr Baby im Bauch, desto weniger passt Essen rein. Praktisch einerseits, erschreckend andererseits. Wie wird das nur danach, wenn der natürliche Magenverkleinerer ausgezogen ist? Zum Frühstück schaff ich gerade mal noch eine Scheibe Brot. Zum Mittag zwei, maximal drei Kartoffeln. Da lass ich lieber eine Kartoffel weg und nehme mehr Gemüse. Und zum Abendbrot? Wenn ich richtig ausgehungert bin: Zwei Scheiben Brot. Aber Brot gab es abends schon ewig nicht mehr. Nicht, dass Kohlenhydrate abends tabu wären, aber ich sehe zu, dass das Abendmahl so leicht wie möglich ausfällt, damit es danach entspannter wird. Denn: Je voller der Bauch, desto unruhiger der Abend. Da kann ich nämlich – ohne Ulk! – nur noch auf der linken Seite liegen. Blöd, weil der Fernseher so steht, dass ich auf der rechten Seite liegen muss. Und wer will schon den ganzen Abend der Glotze den Rücken kehren oder kerzengerade davor sitzen? Also, ich jedenfalls nicht.

Deswegen habe ich die letzten Wochen abends eine Menge herumexperimentiert. Es gab diverse Salate mit Fleisch, mit Fisch, mit gebackenem Ziegenkäse, etc., Aufläufe mit und ohne Fleischeinlage, reine Gemüseeintöpfe und was weiß ich nicht noch alles. Die Liste ist lang. Einiges war richtig gut, anderes war interessant und das, was es zum zweiten oder dritten Mal bei mir auf den Teller schafft, stelle ich euch auch vor. Heute möchte ich euch meine neuen, sehr vielseitigen Lieblinge vorstellen. Bitte ein dezenter Trommelwirbel, heute gibt es:

Zucchinipuffer.

Zucchini sind der Hammer. Ich bin die einzige, die sie hier in der Familie mag, aber ich mach sie immer wieder. Sie sind reich an Kalium und Kalzium, sind vielseitig in der Zubereitung: Man kann sie in Scheiben grillen, in Würfeln süßsauer kochen, mit anderem Gemüse braten, sie vertragen quasi fast alles, auch an Begleitern. Ob Fisch, ob Fleisch: Es passt nahezu alles dazu. Heute soll es die Zucchini gerieben geben.
Ich beziehe mich dabei auf ein Rezept, das ich bei chefkoch gefunden habe, aber für mich abgewandelt habe. Die Zutaten für 4 Portionen:

Für die Puffer:
2 große Zucchini
250 g Ricotta
2 Bio-Eier
80g Weizenvollkornmehl
Salz
Koriander
Muskat
Saft von 1/4 Zitrone

Für den Belag:
250 g Sahnequark (oder Magerquark, aber mit Sahne schmeckt es besser – kein Angst! Das Essen ist ansonsten schon sehr reduziert)
1 Becher Saure Sahne
frische oder TK-Kräuter gehackt
1 Prise Knoblauchgranulat (wer am nächsten Tag keine Termine hat, kann auch frischen nehmen)
Räucherlachs nach Geschmack
Salz

Zubereitung: 
Die Zucchini werden mittelfein geraspelt, kommen in ein feines Sieb, werden ordentlich gesalzen und mindestens 15 Minuten stehen gelassen. Die Zucchini geben eine Menge Flüssigkeit ab, die aufgefangen werden kann. Wer mag, hebt sie im Kühlschrank auf und gibt sie statt Kochwasser ans nächste Essen. Dass die Zucchini ordentlich entwässert werden, ist echt wichtig! Ich hab die Puffer das letzte Mal ohne diesen Trick gemacht und sie sind beim Braten in der Pfanne völlig zerfallen und kaum gar geworden. Erst, als ich sie im Ofen weiter gegart hatte, ging es.
Nach den 15 Minuten Wartezeit muss die Zucchinimasse noch einmal ordentlich ausgedrückt werden. Dann gebt alle übrigen Zutaten dazu und vermengt sie miteinander. Nicht über den Zitronensaft wundern: Ich mache immer Zitronensaft an Kartoffelpuffer ran, damit die Masse nicht braun bzw. grau wird. Ich mag den Geschmack, denn er bringt ein wenig Frische hinein.
Die fertige Masse kann gut und gerne mehrere Stunden im Kühlschrank stehen, lässt sich also auch gut vorbereiten, falls Gäste mitessen wollen.

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Da die Zucchinipuffer so alleine ganz nackt zwar auch toll, aber noch nicht so richtig super schmecken, gehört da eindeutig was drauf. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch zu süßen Belägen passen, wenn man mit dem Salz etwas sparsamer umgeht. Ich versuche es morgen mal an meinen Kindern, ob sie auf die „falschen Kartoffelpuffer“ hereinfallen.
Alle, die es herzhafter mögen, rühren sich aus Quark, Saurer Sahne, Kräutern, Knoblauch und Salz eine Creme an.
IMGP8061Ausgebacken werden die Puffer esslöffelweise in einer beschichteten Pfanne mit etwas Öl bei mittlerer Hitze. Gebt den Puffern etwas mehr Zeit. Durch den Ricotta in der Masse werden die Puffer sehr weich und fluffig, brauchen aber auch ein wenig länger als Kartoffelpuffer, um durchzugaren.

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Angerichtet werden die Puffer zum Schluss mit 1 EL Kräuterquark darauf, einer Scheibe Räucherlachs und einem Spritzer Zitronensaft. Wer will, streue sich noch etwas Dill darüber. Das wäre dann noch das Tüpfelchen auf dem i. So. Wenn ihr alle Puffer ausgebacken habt, teilt die Menge durch 4. Dann habt ihr 1 Portion. Und jetzt zu den Angaben, auf die ihr sicher schon lauert: 1 Portion (nicht 1 Puffer!) kommt auf 1,5 BE. Ja, richtig. 1,5 BE. Fett, Kohlehydrate und Eiweiß teilen sich nahezu gedrittelt in die Gesamtmenge hinein und das Gericht kommt auf einen Wert von ca. 419 kcal pro Portion. Wer Kalorien sparen will, der spare am Quark.

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Abwandeln kann man das Rezept, wer nicht so darauf achten muss, mit etwas Kartoffeln im Teig oder anderem geraspeltem Gemüse und Würstchenstückchen. Mit mehr Gemüse, etwas Kartoffeln und Bratwurststückchen darin habe ich die Puffer mal zu einem Kindergeburtstag als „Seeräuberkuchen“ gemacht. Gingen weg wie nix. Ist ein toller Trick, Kindern Gemüse unterzujubeln, die sonst immer vor ihrem Gemüse sitzen und rumheulen.

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So, und ich, das-Auge-isst-mit-Dekoqueen, lasse es mir jetzt endlich schmecken!

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