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Das heißt für mich: Eintopfzeit! Bei Temperaturen unter 20 °C muss man sich am prasselnden Kaminfeuer wärmen und einen guten Eintopf genießen. Kamin hab ich keinen – noch nicht! – aber Eintopfideen massig. Dazu kommen wir gleich.

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Das Knöpfchen ist kerngesund und ich bin es anscheinend dank guter Zuckereinstellung ebenfalls. Nach dem letzten Ultraschall hieß es: „Frau Krauße, ich bin sehr zufrieden mit Ihnen. Fruchtwassermenge ist absolut in Ordnung, Bäuchlein des Babys ist nicht zu dick, alles bestens, machen Sie bitte weiter so.“ Aye, Sir. Aber es wird immer schwieriger. Der Insulinbedarf steigt kontinuierlich bis zur 35. Woche – also sind es noch 10 Wochen bis dahin – und früh wird es immer schwieriger. Weizen und Dinkel gehen gar nicht mehr (auch nicht als Vollkorn), Joghurt und Früchte sind grenzwertig, reines Roggenbrot konnte ich essen, aber davon nur maximal 60-70 g. Das sind zwei dünne Scheiben. Die Rettung kam gestern mit einem reinen, selbstgebackenen Roggenbrot, das ich euch die nächsten Tage vorstelle. Davon kann ich sogar 100 g essen pro Mahlzeit und meine Werte sind im grünen Bereich. Doch ich will nicht zu viel verraten.

Jetzt erst einmal zum Eintopf. Meine Kinder sind die totalen Suppenkasper im positiven Sinne. Sobald es Eintopf gibt, sind sie happy. Ihr großer Favorit Kartoffelsuppe steht allerdings seit ein paar Wochen nicht mehr auf dem Speiseplan, weil ich die nicht mehr essen kann. Also musste ich was erfinden, das so ähnlich ist und die Kinder begeistert. Es entstand ein sehr, sehr leckerer Möhreneintopf, mit dem sich die Kinder volllöffelten bis obenhin (Elias kellte sich drei Teller auf! Emmy immerhin auch 2!). Ihr braucht dazu für einen Kessel, der ca. 6-8 Portionen fasst:

1 kg Bio-Möhren (oder etwas mehr, je nachdem, was da ist)
1 Kohlrabi (muss nicht sein, aber meine Kinder lieben ihn)
400 g Kartoffeln (wer nicht so drauf achten muss, kann auch mehr nehmen, aber eigentlich reichen 400 g)
2 Zwiebeln
50 – 80 g Speck (nicht den durchwachsenen, sondern den richtigen zum Auslassen)
4 Rindsknacker

Die Vorarbeiten sind das Nervigste an dem Eintopf: Gemüse putzen und schnibbeln. Kartoffeln, Möhren, Kohlrabi und Zwiebeln schälen versteht sich von selbst. Ich viertel die Möhren immer zuerst der Länge nach und schneide sie dann in Scheiben. Gut, ich mach das nicht alleine. Mir hilft die Küchenmaschine dabei. Die Kartoffeln werden zuerst halbiert und dann jede Hälfte in 9 – 12 Würfel geschnitten. So passen alle Gemüsestückchen auf einen Kinderlöffeln, ohne ständig zurück in die Suppe zu platschen und alles vollzusauen. Den Kohlrabi in genauso große Würfel schneiden wie die Kartoffeln und das Gemüse erst einmal beiseite stellen.

Wovon der Eintopf lebt, ist der deftige, rustikale Geschmack. Dafür den Speck in kleine Würfelchen schneiden und bei mäßiger Temperatur in einem beschichteten Topf auslassen. Wenn er glasig ist, die Temperatur erhöhen und ihn knusprig braun braten. Wer den Speck nicht im Eintopf mag, holt ihn dann aus dem Fett heraus, ansonsten bleibt er drin. Die Zwiebel wird in grobe Würfel geschnitten und kommt nun ins Fett. Danach die Rindsknacker halbieren, in Scheiben schneiden und zum Speck und den Zwiebeln in den Topf geben. Alles schön anbraten, bis ihr kräftig die Röstaromen riechen könnt. Zu dem Zeitpunkt stehen meine Kinder schon mit tropfenden Zähnen in der Küchentür und fragen aufgeregt, was es denn zum Abendbrot gibt.

Der Rest ist nun schnell erledigt. Möhren, Kohlrabi und Kartoffeln kommen mit in den Topf und dann wird alles mit Wasser begossen, bis das Gemüse knapp bedeckt ist. Ordentlich salzen oder Brühwürfel nach Geschmack dazu geben und wer mag, würzt den Eintopf mit Koriander und Kümmel. Koriander hebt die Süße der Möhren hervor, Kümmel reduziert die Blähungsgefahr durch die Zwiebeln und trifft sich außerdem hervorragend mit dem Räuchergeschmack der Knacker. Wenn der Eintopf kocht, Deckel drauf, Temperatur runter und alles 30 Minuten köcheln lassen. Wer mag, fischt nach den 30 Minuten einen kleinen Topf voll Gemüse und etwas Brühe ab (Vorsicht, keine Knacker mit erwischen, wär schade drum) und püriert das Gemüse und gibt es wieder zurück in den großen Topf. Warum? Weil der Eintopf dann schön sämig wird und noch Gemüsestückchen zu sehen und zu kauen sind. Wir nennen das „Eintopf Halb und Halb“. Ihr spart euch außerdem so eine absolut unnötige Mehlschwitze.

Eigentlich wollte ich euch noch ein Foto mit hochladen, auf dem die Kinder zu sehen sind, wie sie artig ihre Suppe löffeln, aber leider sehen sie bei Eintopf aus wie die Monster, die ausgehungert alles in sich reinschlingen. Ich will ja niemandem den Appetit verderben 😀

Wenn ich nun alles zusammenrechne (ich habe mit 6 reichlichen Portionen gerechnet), kommt man auf 2,3 BE pro Portion und reichlich 500 kcal. Möhren bringen einiges an Kohlehydraten mit, aber bei weitem nicht so viel wie Kartoffeln. Durch den Speck und die Knacker wird die Kohlehydratverstoffwechselung sowieso noch einmal gedrosselt. Also alles in allem immer noch ein Gericht mit reichlich Ballaststoffen, an dem man sich satt essen und trotzdem abnehmen kann. Wem es zu fettig ist, der kann Speck und Knacker getrost reduzieren, aber bitte nicht vollständig weglassen. Da geht einfach zu viel vom Geschmack verloren. Wer keine Reste mag, nehme einfach nur die Hälfte des Rezepts. Bei uns ist noch einiges übrig geblieben, aber wir mögen aufgewärmten Eintopf einen Tag später sehr gerne.

Guten Appetit!

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