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Ich habe öfter mal so Anfälle, die mit dem Gedanken beginnen: „Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag! Ich muss fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag essen! Ich bin schwanger! Das bin ich meinem Kind schuldig! Ich darf aber nicht so viel Obst essen. Ich muss mehr Gemüse essen! Gemüse! GEMÜSE! Ich brauche dringend GEMÜSE!!!“, und dann stürze ich los, die Augen blinken rot, man geht mir schon instinktiv aus dem Weg und nach fünf Minuten ist der Anfall vorbei. Dann nenne ich 10 kg Gemüse mein Eigen. Darunter immer zu finden: Möhren, Porree, Kohl (oh, ich liebe Kohl! Egal welche Sorte), Tomaten, Zucchini, Gurken und Paprika. Manchmal greife ich in meinem Rausch auch zu Kohlrabi und Kürbissen. Diesmal aber nicht.

So, und wie geht das dann weiter? Ich packe alles hochzufrieden in den Kühlschrank und dann… finde ich die Reste von diesem Rausch nach 2 Wochen wieder. Einiges habe ich verbraucht, aber der Porree schaut schon sehr armselig aus. Der Kohlkopf ist zu 2/3 gegessen, es finden sich noch 4 Möhren, 1/2 Zucchini und ein paar Kartoffeln. Außerdem befinden sich noch im Kühlschrank 100g durchwachsener Frühstücksspeck am Stück. Wenn ich mir diese Reste so anschaue, ergibt das einen sehr, sehr bunten Gemüseeintopf, den ich mit Sicherheit alleine essen kann, aber darüber bin ich nicht böse, denn ich LIEBE Eintöpfe.

Also geht es los: Den Speck in großzügige Würfel schneiden und in einem Topf erst bei niedriger Temperatur etwas auslassen und dann bei voller Hitze schön knusprig anbraten. In der Zwischenzeit den Kohl in kleine Stückchen hobeln und zu dem Speck in den Topf geben. Kohl und Speck werden jetzt so lange angeschmort, bis alles schön braun ist. Das ist übrigens der ganze Trick am Eintopf. Wenn ihr Porree da habt, dann schneidet den entweder in Ringe oder kleine Stückchen und gebt ihn zum Kohl dazu. Immer mal wieder Wasser angießen verhindert das Anbrennen und löst den Bratensatz vom Boden. Glaubt mir, der Eintopf wird herrlich würzig dadurch. Wenn Kohl, Speck und Porree schon schön weich geschmort sind, gebt ihr dazu, was euer Kühlschrank hergibt. Es passen Paprika, Tomaten, Möhren, Zucchini und Gurken dazu. Was auch immer ihr loswerden wollt, immer rein damit. Bei mir reicht die Menge für 6 – 7 Portionen, deswegen hab ich 700 g Kartoffeln in kleinen Würfeln noch mit dazu gegeben. Füllt das Ganze mit Wasser auf, bis alles schön mit Flüssigkeit bedeckt ist, mit Salz, Kümmel (wer Kohl mit im Eintopf hat, sollte unbedingt mit Kümmel würzen. Das reduziert drastisch die Blähungsgefahr) und wer mag, mit Koriander würzen und bei geschlossenem Topf ca. 30 Minuten köcheln lassen. Vielleicht 5 Minuten vor Ende der Garzeit noch eine großzügige Prise Muskat dazu und Ende. Mehr ist an diesem Gericht nicht dran. Keine Mehlschwitze, kein Stärkemehl, nichts dergleichen. Das, was für Diabetiker berechnet werden muss, ist die Menge der Kartoffeln. Bei mir sind es pro Portion 2 BE.

IMGP8031Guten Appetit!

 Ps.: Der Große isst den Eintopf doch. Und nachdem er gekostet hatte, wollte die kleine Schwester auch mal probieren. Das ist neu! Meine Kinder essen Kohl! YEAH!

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