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Ich habe gefragt. Ich habe die Diätberaterin gefragt, wie das denn diesen Sommer so ist mit mir und dem Eis. Eine kleine Portion könne ich mir ab und zu – aber nicht täglich – gönnen, meinte sie. Vielleicht einmal die Woche. Aber mal ehrlich: Ich habe zwei Kinder und bei uns um die Ecke ist eine Softeisbude. Einmal die Woche ist ihnen da zu wenig. Und außerdem höre ich schon einige schreien: „Oh nein, bloß nicht! Du bist doch schwanger! Du darfst kein Softeis essen! Das ist doch nicht richtig durchgefroren und wenn du dann Keime…“ Ab da hör ich in der Regel schon nicht mehr zu. Ich liebe Softeis! Und ich liebe frozen yogurt! Aber wer zur Hölle kann mir sagen, wieviele BEs so eine Portion hat? Richtig. Niemand. Also? Mach selbst, Frau Krauße!

Am Wochenende hab ich den ersten Versuch von frozen yogurt in der Diabetikervariante gestartet. Das Ergebnis hat sogar die Nichtdiabetiker überzeugt und ich muss sagen: Es war köstlich! Ich habe ja das große Glück, eine Unold-Eismaschine zu besitzen und zwar eine mit einem Kühlkompressor, die richtig genial arbeitet. Aber das Eis sollte auch ohne Eismaschine zu machen sein. Hier erst einmal die Zutaten:

Joghurteis oder „frozen yogurt“

500 g Naturjoghurt (die Fettstufe ist piepegal. Nehmt das, was ihr mögt)
100 ml Schlagsahne oder Creme double oder Milch (die ganz Figurbewussten nehmen Milch, besser schmeckt es mit Sahne oder Creme double)
4 Eiweiß
Vanillearoma oder 1 Vanilleschote
zum Süßen: Stevia flüssig und einige Spritzer flüssigen Süßstoff
1 Spritzer Zitrone

Und so wird es gemacht: Ein Sieb mit einem Küchentuch auslegen, den Joghurt hineinkippen, mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken und mit einem Teller oder einer Untertasse beschweren. Das alles ca. 5 – 6 Stunden abtropfen lassen. Das heißt also: Wenn ihr am Nachmittag Eis haben wollt, dann setzt den Joghurt zum Frühstück an. Wenn er abgetropft ist, sollte er ungefähr die Konsistenz von Quark haben.

Nach der Wartezeit die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Den abgetropfen Joghurt in eine Schüssel geben, die ungeschlagene Sahne dazu kippen, vorsichtig rühren und dann die Vanille dazugeben. Wer lieber eine echte Vanilleschote statt Aroma nehmen will, kann auch das Mark aus der Vanilleschote auskratzen und mit etwas Milch und der leeren Schote auskochen. Wenn die Eismasse deswegen etwas flüssiger wird, macht das nichts. 50 ml mehr Milch machen nichts aus. Beim Süßen solltet ihr ab und zu mal rühren und kosten. Ich habe ca. 10 Tropfen Stevia gebraucht und etwas flüssigen Süßstoff. Zum Schluss wird das Eiweiß vorsichtig untergehoben, alles mit einem Spritzer Zitrone verfeinert (hebt nochmal die Säure des Joghurts) und die Eismasse ist fertig. Wer eine Eismaschine hat, kann alles einfüllen und durchfrieren lassen, wer keine Eismaschine hat, füllt die Masse in ein verschließbares Gefäß, stellt es in den Gefrierschrank und rührt alle 30 Minuten von Hand die Masse einmal durch. Ok, das ist mit etwas Aufwand verbunden, aber es lohnt sich. Das Eis wird wunderbar cremig. Wer den Geschmack von Stevia nicht mag, nimmt einfach etwas mehr Süßstoff oder, wie es im Originalrezept steht, 70 g Zucker. Mit Zucker hat eine Kugel Eis (das Rezept reicht für 12 kleine Kugeln) 0,6 BE. Ohne Zucker sind es schlanke 0,1 BE. Also diabetestechnisch gesehen ein Lacher. Selbst mit Zucker. Ich habe noch frische geschnittene, ungezuckerte Erdbeeren dazu gereicht und einfach losen Zucker dazu gestellt für diejenigen, die noch welchen brauchten. Wer Zucker an das Eis macht, sollte aber auf keinen Fall auf die Sahne verzichten, denn: Fett verzögert den Blutzuckeranstieg. Alle Erwachsenen und Kinder haben das Eis gemocht und es blieb nichts übrig. Nichts einmal ein kleiner Rest für ein Foto. Tja.

Noch ein kleiner Tipp, den ich letztens mal las: Dunkles Obst und Beeren (Johannisbeeren, Blaubeeren, Kirschen, etc.) verbessern bei Diabetikern den Zuckerstoffwechsel. Ob es nun stimmt, sei dahingestellt, aber meine Werte waren nach dem Naschen von Blaubeeren immer im Normbereich und zu einem Eis sind sie ein toller Begleiter. In einem Bioladen hab ich neulich sogar mal richtige Waldheidelbeeren gefunden, allerdings tiefgefroren. Kann man bestimmt mit in die Joghurteismasse geben.

Viel Spaß beim Nachmachen und über weitere Erfahrungsberichte freue ich mich. Nicht nur auf Facebook 😉

Ps.: Da ihr nach diesem Rezept noch 4 Eigelb übrig habt, könnt ihr euch mal an einer selbstgemachten Aioli versuchen. Der Knaller zu Grillfleisch!

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