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Fast jeden Dienstagabend gehe ich mit einer Gruppe von Leuten aus meinem Orchester (ich spiele Bratsche, und jetzt bitte keine Witze, die meisten darüber habe ohnehin ich selbst erfunden) nach der Probe in eine Pizzeria. Früher kein Problem, das Essen dort ist der Hammer! Seit der Diabetes habe ich allerdings ein Problem: Pizza und Nudeln sind für mich tabu. Abends sowieso. Was bleibt da noch viel auf der Karte übrig? Ich habe Glück, der Italiener ist wirklich herausragend und die haben einen echten Koch in der Küche stehen, der auch richtig kochen kann. Sein Lachs mit Rettichmousse ist ein Gedicht! Dennoch plagte mich wochenlang die Sehnsucht nach ihr, der zarten, genau richtig belegten, am Rand so herrlich knusprigen…PIZZA! War das Verlangen einmal da, bekam ich es nicht mehr los. Ich dachte Tag und Nacht an Pizza. Alles roch nach Pizza. Wenn ich den Kühlschrank aufmachte, sah ich, was man alles auf eine Pizza legen könnte. Beim Autofahren war das Einfahrt-verboten-Schild für mich eine herrlich dick mit Tomaten belegte Pizza mit einem Streifen Büffelmozzarella in der Mitte. Das musste aufhören! Und ich machte einen Versuch. Der bestand aus einem Vollkornhefeteig, den ich zwar irre dünn ausrollte, der aber beim Backen dermaßen aufging, dass man beim Essen nur Teig im Mund hatte und nichts anderes mehr schmeckte. Die Familie aß tapfer mit und ganz so schlimm war es, glaube ich, auch gar nicht, aber ich war mir sicher: Das geht noch besser. Also gab es einen zweiten Versuch. Beim Stöbern im Internet stieß ich auf dieses Rezept hier: Vollkornfladenbrot. Das konnte funktionieren!

Ich habe die doppelte Menge Teig hergestellt und die Fladen nicht auf Pfannengröße, sondern auf Backblechgröße ausgerollt. Geht hervorragend auf einem Stück Backpapier. Anschließend habe ich die Fladen auf der Oberseite etwas mit Öl bespritz, dieses mit einem Pinsel verteilt und bei 230 – 250°C im Ofen auf der obersten Schiene mit Grillstufe gebacken. Ein Fladen brauchte ca. 7-10 Minuten. Bitte bewacht den ersten! Jeder Ofen ist anders. Ist wie bei Menschen. Anschließend habe ich die Fladen unter einem feuchten Tuch abkühlen lassen. Nicht irritieren lassen, sie sind knusprig, wenn sie abgekühlt sind und lassen sich auch nicht biegen. Solltet ihr sie wie Wraps füllen wollen, dann einfach wieder erwärmen und sie lassen sich wunderbar rollen.

Diese Teigfladen eignen sich nun hervorragend als Pizzaböden. Legt drauf, worauf ihr Lust habt. Bei mir gibt es immer eine selbstgekochte Tomatensauce, frische Tomaten, Büffelmozzarella und ein paar Blätter Basilikum. Die Pizza sollte bei 170°C Umluft ca. 15-20 Minuten backen. Eben solange, bis der Käse schön verlaufen und etwas gebräunt ist. Ich habe aus der doppelten Rezeptmenge 6 Fladen herausbekommen. Ein Fladen hat ca. 4,4 BE und 7 g Ballaststoffe und hält sich unbelegt in einer Plastiktüte verpackt vielleicht eine Woche. Das haben wir aber nicht herausgefunden, weil am nächsten Tag schon alles verputzt war. Vielleicht ist es für den einen oder anderen eher sowas wie Flammkuchen, aber wie dem aus sei: Es schmeckt köstlich! Auch den Kindern. Die wollen nur noch die dünne Knusperpizza essen. Und ich hab nicht einmal eine ganze Pizza geschafft.

Viel Spaß beim Nachbacken!

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