Sport und Diabetes – eine super Sache. Sport und Schwangerschaft – ach, geh weiter und kratz mir den Rücken. Nun bin ich mit allen drei Sachen beschäftigt: Schwangerschaft, Diabetes und Sport. Nix mit schön Füße hoch legen, Bauch streicheln und volle Konzentration aufs Brüten. Nachdem ich schon gleich zu Beginn der Schwangerschaft festgestellt habe, wie gut sich der Zuckerwert durch auch nur 30 Minuten Spaziergang direkt nach dem Essen beeinflussen lässt, komme ich wesentlich besser aus’m Knick. Gut, ich schaffe es nicht immer, aber ich lasse doch öfter mal das Auto stehen und versuche bestimmte Dinge zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen. Beispielsweise ist der Weg zur Hebamme mit dem Fahrrad prima zu schaffen. 30 Minuten hin, 30 Minuten zurück. Und mit meinem E-Bike auch bei Gegenwind und Steigungen ein Genuss. Ebenso radle ich zum Diabetologen und zum Frauenarzt – wenn das Wetter mitspielt. Da ich die drei Herrschaften recht regelmäßig sehe, bin ich gut unterwegs. Und das Küken liebt meine Radelei, denn es schaukelt herrlich. Der Plan außerdem für nächste Woche, wenn die letzte Erkältung vollständig auskuriert ist: Schwimmen gehen. Am besten vormittags, wenn ich noch nicht so platt bin. Das muss jetzt sein, um mir Kondition zu erarbeiten. In ein paar Wochen steht mir Großes bevor.

Ansonsten habe ich seit der Ernährungsumstellung und der damit verbundenen Suche nach alltagstauglichen Rezepten immer wieder festgestellt, dass Leute Rezepte (vornehmlich für Kuchen und Desserts) ins Internet stellen, die zwar zum Süßen Süßstoff enthalten, aber trotzdem mindestens 300 g Weißmehl und dann noch 1 kg Obst irgendeiner Sorte verlangen. Das heißt dann Diabetikerkuchen und kommt mit satten 2,5 BE pro Stück daher. Keine gute Wahl! Und dann lese ich unter den Rezepten Kommentare von Menschen, die ihren Verwandten oder Freunden mit Diabetes was Gutes tun wollten, es hat auch alles ganz prima geschmeckt, usw., aber dass sie da eine schnell zündende Kohlenhydratbombe angeboten haben, wissen die meisten nicht. Viele Rezepte, die angeblich für Diabetiker geeignet sein sollen, enthalten auch keine BE-Angaben. Ich verlange von keinem Nichtdiabetiker, sich expertenhaft mit der Krankheit auszukennen, aber ich wünsche mir von den Rezeptverfassern etwas mehr Informiertheit. Es gibt Diabetiker – gerade die mit Schwangerschaftsdiabetes – die versuchen, so lange wie möglich ohne Medikamente auszukommen und denen steht nur die Regulierung der Kohlehydratzufuhr zur Verfügung, um den Blutzucker im Griff zu haben.
Um denen und deren Angehörigen (und jedem anderen, den es interessiert) zu helfen, möchte ich heute einen BE-Rechner aus dem Internet vorstellen, den ich für äußerst praktikabel halte. Zu finden ist er unter diesem Link. Man muss sich zwar registrieren, um ihn nutzen zu können, aber ich habe bisher noch keine unangeforderten Newsletter oder anderen Spam von der Seite erhalten. Insgesamt ist die Internetseite sehr lesenswert. Der große Vorteil an dem Rechner: Man kann ganze Rezepte eingeben, sich die Gesamtmenge an BEs anzeigen lassen UND die für jede einzelne Portion. Auf die Art kann man gut mit den Kohlehydratbausteinen einer Mahlzeit jonglieren und vielleicht die eine Zutat durch eine andere ersetzen. Für kreative Köche eine super Sache und zum Überprüfen von sogenannten Diabetikerrezepten eine tolle Hilfe.

So, zum Abschluss für alle Bäcker unter euch, die gerne einen Obstkuchen „schlanker“ bekommen möchten: Apfelkuchen harmoniert wunderbar mit Buchweizenmehl (auch nicht gerade kohlehydratarm, wird aber langsamer verstoffwechselt). Bei einem Kirschkuchen kann man einen Teil des Mehls mit gemahlenen Nüssen ersetzen. Mit dem Nüssetrick lassen sich manchmal die BEs pro Kuchenstück fast halbieren! Und dann kann man schauen, ob die angegebene Menge Obst für den ganzen Kuchen wirklich sein muss oder ob es nicht vielleicht ein Teil davon auch tut. Klar schmeckt mir der Apfelkuchen dicht belegt auch besser, aber wenn ich direkt nach dem Kaffeetrinken fünf Runden ums Haus rennen muss, um der Zuckerexplosion zu entgehen, ist das ja auch keine Lösung, nicht wahr? Vielleicht hat der eine oder andere noch ein paar schöne Tricks parat, mit denen sich BEs, aber nicht Geschmack sparen lassen.

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